Blitzen in der Hundefotografie


Hallo ihr Lieben und willkommen auf meinem Blog. Wer schon häufiger hier mal vorbeigeschaut hat wird bestimmt schon über meine Tipps in der Outdoorhundefotografie gestolpert sein. Heute soll es aber um die Indoor- bzw. die sogenannte Studiofotografie gehen. Ihr habt euch also ein kleines Heimstudio fürs Wohnzimmer (meine Einkaufsliste um sich ein Heimstudio einzurichten findet ihr hier -klick-) und einen oder zwei (oder drei, oder vier, usw.) Aufsteckblitz(e) gekauft und wollt nun mit eurem Vierbeiner so richtig tolle Porträts zaubern? Dann seid ihr hier genau richtig :-)

 

Was ist also beim blitzen in der Hundefotografie alles zu beachten? Welche Kameraeinstellungen nutze ich? Wie positioniere ich den Blitz bzw die Blitze? Das werdet ihr alles in diesem Beitrag erfahren. Zunächst möchte ich euch aber ans Herz legen, eure Stative und euer Leinwandhintergrundsystem immer so sicher wie möglich aufzustellen. Da soll bitte nichts wackeln und nichts wanken, denn ich garantiere euch, fällt einmal so ein Stativ mitsamt Lichtformer auf euren Hund, dann hat sichs erstmal erledigt mit der Studiofotografie, denn euer Vierbeiner wird vor Angst äußerst schwer zu motivieren sein sich nochmal in euer "Studio" zu begeben. Bitte blitzt auch euer Motiv, egal ob Mensch oder Hund, niemals direkt ohne einen Lichtformer (Softbox, Durchlichtschirm, etc) davor ins Gesicht. Jeder von uns weiß wie unangenehm es ist, direkt in die Augen geblitzt zu werden.

Ihr habt also alles sicher aufgestellt und die Motivationsleckerchen sind bereit, dann könnt ihr ja jetzt loslegen. Vielleicht fragt ihr euch nun als erstes, wohin ihr mit dem Blitz sollt. Auf die Kamera in den dafür vorgesehenen Blitzschuh? Oder doch lieber aufs Stativ? Ich würde euch immer dazu raten, den Blitz auf ein Stativ zu montieren und dieses versetzt zur Kamera aufzustellen. Das nennt sich dann "entfesseltes Blitzen". Den Look den ein Bild bekommt, wenn der Blitz auf der Kamera montiert ist, ist einfach nicht schön. Jeder hat das bestimmt schon mal gesehen auf Bildern, die mit dem integrierten Kamerablitz geschossen wurden oder auf einem Handyblitzfoto. Das Licht kommt einfach nur super grell und hässlich von vorn, was wirklich einfach nur ziemlich besch**** und unnatürlich aussieht. Das kommt uns gerade auch deshalb so vor, weil es keine einzige natürliche Lichtquelle gibt, die geradeaus von vorn kommt. Die Sonne z.B. ist ja in der Regel auch "etwas" über unseren Köpfen platziert :-) Man kann dem ganzen unnatürlichen Look zwar etwas entgehen, indem man den Blitzkopf so einstellt, dass er indirekt über eine Wand, die Zimmerdecke oder einen Reflektor blitzt (was dem ganzen die Härte eines kleines bisschen nimmt), ich würde jedoch trotzdem immer das entfesselte Blitzen mit Hilfe eines Statives vorziehen.

Der Blitz sitzt also nun auf eurem Stativ, ist mit der Kamera synchronisiert und ihr wollt mit euren üblichen Outdooreinstellungen das erste Bild aufnehmen... Aber was ist das? Das Bild ist viel zu hell und sieht auch sonst überhaupt nicht schön aus. Das muss wohl u.a. an der Kamera liegen. Wie solltet ihr also eure Kamera einstellen? Ihr solltet sie so einstellen, dass das Bild ausschließlich mit dem Blitzlicht belichtet wird und sonst von keinem anderen Licht (dem Umgebungslicht z.B.).

Also stellen wir mal eure Kamera Studiogerecht ein :-) Ihr wählt eine Verschlusszeit die unterhalb der Blitzsynchronisationszeit liegt (Blitzsynchroni-WAS? Was ist denn das schon wieder? Dazu werde ich einen eigenen Miniblogbeitrag schreiben, das würde hier sonst zu lang werden), ich rate euch zu 1/160 oder 1/200, damit solltet ihr in der Regel richtig liegen. Es gibt zwar unterschiede bei der Blitzsynchronisationszeit bei den verschiedenen Kameramodellen, aber 1/160 oder auch 1/200 sollte bei den meisten passen. Dazu schließt ihr eure Blende ein ganzes Stück auf so Blende 8 - 13 (ausprobieren! Kleiner Tipp am Rande: schließt die Blende nicht zu weit, denn sonst wird das Bild tatsächlich wieder an Schärfe verlieren) und eure ISO auf 100. Schießt mal ein Testbild ohne Blitz. Ist das Bild jetzt komplett schwarz? Keine Schemen und überhaupt kein Licht drauf? Wunderbar, alles richtig eingestellt. Jetzt den Blitz wieder einschalten, ausrichten und das nächste Bild geschossen. Zu hell? Zu dunkel? Das war jetzt aber zumindest schon mal nur noch das reine Blitzlicht, was ihr auf eurem Bild seht. Ab jetzt regelt ihr eure Belichtung nur noch über den Blitz (oder die Blende oder die Iso, die Verschlusszeit bleibt aber unberührt). Nach ein bisschen herumprobieren (hier die Iso ein bisschen hoch, dort die Blitzleistung ein bisschen runter) werdet ihr ein perfekt belichtetes Bild im Kasten haben. Wie immer könnt ihr natürlich auch hier euer Histogramm zu Hilfe nehmen, um zu beurteilen ob euer Bild vernünftig belichtet ist (wie ihr euer Histogramm richtig lest, habe ich übrigens in meinem Blog -hier klicken- auch schon erklärt).

Das sind die Werkzeuge, die ich euch mit an die Hand geben kann. Auf dem Bild oben rechts habe ich euch mal ein mögliches Studiosetup aufgemalt, wie es aussehen könnte, wenn ihr mit zwei Blitzen blitzt. Diesen Aufbau nennt man übrigens Zangenlicht. Aber wie immer in der Fotografie gilt: Es gibt keine ultimative Einstellung, kein superduper-ich-brauch-nichts-mehr-selber-machen-Setup. Probiert euch aus, probiert die verschiedenen Blendenstufen aus, verstellt eure Blitze, nutzt mal viel- mal wenig Licht. Habt Spaß. Denn das ist es worum es in der Fotografie gehen sollte. Spaß zu haben an den Dingen die man liebt.